Lederhandwerkerin vom Niederrhein

Punzierprojekt: „Two entwined beasts on a rune stone in Gotland“

 

 

Wer meine Posts auf Instagram regelmäßig verfolgt wird mitbekommen haben, dass ich wieder an einer keltischen Punzierung gearbeitet habe. Das sind mir tatsächlich die liebsten Motive.

Ausgewählt hatte ich dieses Mal eine historische Vorlage, die mit „two entwined beasts on a rune stone in Gotland“ betitelt ist, was so viel heißt wie „zwei verschlungene Tiere auf einem Runenstein in Gotland“.

Nachdem ich mit dem Projekt begonnen hatte, sah ich das Motiv übrigens häufiger auf Leder- oder Holzarbeiten von anderen Handwerkern und Künstlern auf Instagram. Scheint so, dass ich da ein recht beliebtes keltisches Bildnis gefunden hatte.

 

 

Meine Interpretation verewigte ich auf einem 3 mm dicken Punzierleder – Blankleder, dass extra für die Punzierung mit einer glatteren Oberfläche zugerichtet wurde. Nach dem Anzeichnen und schneiden mit dem Kurvenmesser verwendete ich zunächst einen Beveler, um die Konturen der Figuren zu bearbeiten.

Für die verschlungenen Schwänze der Tiere (ich würde sie als Drachen bezeichnen) nutzte ich das Camouflage-Eisen, um Leben ins Bild zu bringen. Die Leiber der Figuren habe ich mit dem Pearshader bearbeitet, was - im wahrsten Sinne des Wortes - Tiefe ins Bild hineinbringt. Akzente mit dem Mulesfoot und decorative cuts mit dem Kurvenmesser und das Bild war fertig.

 

 

Durch Ausprobieren zur perfekten Farbkombination

Das punzierte Leder lag dann eine Weile herum, weil ich viel Zeit damit verbrachte, mir über die Färbung des Motivs Klarheit zu verschaffen. Um mir diese Entscheidung zu erleichtern, fertigte ich einige Teststücke an, die ich mit Ausschnitten aus dem keltischen Motiv punzierte und unterschiedlich färbte. Konturen braun, Hintergrund naturbelassen. Hintergrund Mahagoni, Konturen naturbelassen, alles Schwarz oder eine Kombination aus Schwarz und Mahagoni.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich probierte einiges aus. Am Ende gefiel mir die Variante, mit mahagonirotem Hintergrund, dunkelbraunen Flächen innerhalb der Tiere und ungefärbten, naturbelassenen Konturen. Für ein sauberes Farbergebnis machte ich das Leder vor dem Färben nass. So saugt das Leder so nicht zu viel Farbe auf und die Übergänge zwischen den Farbflächen können nicht zermatschen. Mit Pinsel, lichtechter Lederfarbe und viel Zeit und Geduld machte ich mich ans Werk. Das Ergebnis (siehe Titelbild oben) kann sich sehen lassen, wie ich finde. Jetzt muss ich nur noch überlegen, auf welche Ledertasche ich dieses kleine Kunstwerk aufnähen möchte.

 

 

Material, Werkzeug:



Arbeitszeit:

 

 

 

 

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